Wenn das Stillen nicht klappt – 5 Probleme und Tipps

Stillen ist für Babys und Mütter gleichermaßen unverzichtbar. Muttermilch – auch in sehr geringen Mengen – ist für die optimale Entwicklung des Babys wichtig, da sie körpereigene Abwehrstoffe enthält, die nicht auf künstlichem Wege herstellbar sind. Für Mütter hingegen ist das Stillen ein sehr intensives Erlebnis, welches eine besondere Beziehung zum Baby erzeugt und wichtig ist für die Rückbildung der Gebärmutter nach der Entbindung.

Öfter als man denkt, treten jedoch Stillprobleme auf. Dies kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal sind Mütter unsicher, ob sie genug Milch haben. Auch kann es vorkommen, dass Babys nicht genug trinken, weil sie immer wieder einschlafen, dass Mütter nicht stillen können, weil die Brustwarzen wund sind oder sogar ein Milchstau große Schmerzen bereitet. Hier sollen Tipps und Hilfestellung gegeben werden, wie man damit umgehen kann, wenn das Stillen nicht klappt.

Wie lange und wie oft das Baby stillen?
Die Milchproduktion ist abhängig von der Menge, die benötigt wird. Das heißt, je mehr das Kind trinkt, desto mehr wird produziert und auch auf eine geringere Trinkmenge stellt sich die Brust ein.
Die Häufigkeit und Dauer einer Stillmahlzeit kann sehr verschieden sein und zwischen 10 und 30 Minuten liegen. Jedoch sind auch kürzere oder längere in Ordnung, solange das Baby sich gut entwickelt. Man sollte wissen, dass sich die Zusammensetzung der Milch während der Mahlzeit verändert. Zuerst stillt die Vormilch, die nur wenig Fettanteile enthält, Babys Durst. Dann erhöht sich der Fettanteil, sodass letztendlich die sehr fetthaltige Hintermilch für Sättigung und Gewichtszunahme sorgt.

Wie oft Stillen erforderlich ist, kann sehr unterschiedlich sein. Generell sind häufigere und dafür kürzere Trinkperioden für Mutter und Kind angenehmer. Dadurch vermindert man Unruhe- oder Hungerphasen beim Kind und ein zu großes Spannungsgefühl in den Brüsten.

Das Stillen klappt nicht, weil das Kind dabei einschläft?
Möglicherweise liegt das daran, dass es nicht richtig angelegt ist. Daher das Kind so legen, dass es ohne den Kopf drehen zu müssen, möglichst viel Brustgewebe zu fassen bekommt. Hebammen haben hierbei viel Erfahrung und zeigen der unerfahrenen Mutter die richtige Anlegetechnik.

Was hilft bei schmerzenden Brustwarzen?
Ein Grund ist oft, dass der Säugling aufgrund ungünstiger Stillposition die Brustwarze nicht richtig erfassen kann und beim Trinken abrutscht. Man sollte auf das korrekte Anlegen achten und nach 5 -10 Minuten die Stillposition wechseln. Der Einsatz von Stillhütchen, die während der Mahlzeit den Vorhof umschließen, ist ein wirksames Mittel, um die Brustwarzen zu schützen. Auch Hautreizungen durch Waschpulver oder Kleidung können dafür verantwortlich sein. Hier hilft es, wenn man synthetische Stoffe gegen Baumwollkleidung tauscht und die Stilleinlagen öfters wechselt. Lindernd wirkt es, viel Luft an die Brust und am Ende der Mahlzeit die Hintermilch darauf trocknen zu lassen. Bei eingerissenen oder entzündeten Brustwarzen werden Stillhütchen empfohlen, um weitere Verletzungen der empfindlichen Haut zu vermeiden.

Woran kann es liegen, wenn das Baby nicht trinken will?
Das Stillen klappt nicht, wenn Babys sich anfangs mit dem Saugen an der Brust schwer tun, denn auch das will gelernt sein. Um die Stillprobleme zu umgehen und den Saugreflex auszulösen, braucht man nur mit der Brustwarze die Lippen zu berühren. Manche Kinder verweigern das Saugen, wenn sie zwischendurch mit einer Flasche gefüttert wurden, aus der die Milch ohne Anstrengung fließt. Das kann vermieden werden, indem man “Muttermilchsauger” verwendet, mit denen das Trinkverhalten des Babys nicht verändert wird.

Milchstau und Brustdrüsenschwellung – kein Grund zum Verzweifeln
Wenn der Milchfluss stockt, weil die Milchkanäle nur unvollständig leer getrunken werden, kann es zu einer Entzündung kommen, die sich durch spannende Brüste sowie harte und schmerzende Stellen zeigt. Trotzdem sollte die Mutter das Baby anlegen, um die Milch wieder zum fließen zu bringen. Hilfreich sind feuchtwarme Umschläge vor dem Stillen, die die Milchkanäle erweitern sowie kreisende Massagebewegungen mit sanftem Druck um die schmerzende Stelle. Nach der Stillmahlzeit kann die Entzündung mit Quarkwickeln, Eisbeuteln oder nassen Tüchern gekühlt werden. Abschwellend und schmerzlindernd wirken Weißkohlblätter auf den schmerzenden Stellen, die bis zur nächsten Stillmahlzeit dort bleiben können.

Alles in allem besteht kein Grund zur Sorge, wenn das Stillen nicht gleich reibungslos funktioniert. Sowohl Mutter als auch Baby müssen sich erst darauf einstellen. Hebammen und Stillberaterinnen stehen der frischgebackenen Mutter mit Rat und Tat zur Seite und manche Geburtshäuser und Hebammenpraxen bieten Stillkurse an.

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